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Studentische Wohnkosten im Wintersemester 2025/26: WG-Zimmer kosten erstmals mehr als 500 Euro

Durchschnittliche WG-Zimmer-Miete im Wintersemester 2025/26: 505 Euro, 3,3 Prozent mehr als im Wintersemester 2024/25

Die Wohnkosten für Studierende erreichen einen neuen Höchststand. Im Wintersemester 2025/26 liegt die durchschnittliche Angebotsmiete (Warmmiete) für ein WG-Zimmer in deutschen Hochschulstädten bei 505 Euro pro Monat – 3,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit wird erstmals die Marke von 500 Euro überschritten.

Die aktuelle Analyse des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) und 91¿ì²¥ berücksichtigt 88 deutsche Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden. Während die Preise in den größten Hochschul- und Millionenstädten auf hohem Niveau weitgehend stabil bleiben, steigen die Wohnkosten vor allem in vielen mittelgroßen Hochschulstädten weiter.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • 505 Euro kostet ein WG-Zimmer im Wintersemester 2025/26 durchschnittlich – damit liegt die Warmmiete erstmals über der Marke von 500 Euro.
  • Gegenüber dem Wintersemester 2024/25 sind die Wohnkosten um 3,3 Prozent gestiegen.
  • Untersucht wurden 88 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden.
  • Besonders für Studierende mit kleinem Budget wird die Wohnungssuche schwieriger: An vielen Hochschulstandorten liegt selbst das ²µÃ¼²Ô²õ³Ù¾±²µ±ðre Preissegment über der BAföG-Wohnkostenpauschale.

WG-Zimmer überschreiten erstmals die 500-Euro-Marke

Zu Beginn des Wintersemesters müssen Studierende in Deutschland durchschnittlich 505 Euro für ein WG-Zimmer einplanen. Im Wintersemester 2024/25 waren es noch 489 Euro. Innerhalb eines Jahres sind die durchschnittlichen Wohnkosten damit um 16 Euro gestiegen. Gegenüber dem Sommersemester 2025 mit 493 Euro beträgt der Anstieg 12 Euro.

Dabei entwickelt sich der Markt regional unterschiedlich. Während die Durchschnittspreise in den zehn größten Hochschulstädten und Millionenstädten gegenüber dem vorherigen Semester nahezu unverändert geblieben sind, überschreiten inzwischen auch viele mittelgroße Hochschulstädte die Marke von 500 Euro.

Dr. Stefan Brauckmann, Geschäftsführender Direktor des Moses Mendelssohn Instituts, sieht darin keine Entlastung für Studierende. Zwar hätten sich die Märkte auf einem sehr hohen Niveau stabilisiert, gleichzeitig gewännen kleinere und mittelgroße Hochschulorte an Bedeutung, da dort teilweise noch budgetorientierter Wohnraum verfügbar sei.

WG-Zimmer-Mieten liegen vielerorts über der BAföG-Wohnkostenpauschale

Die BAföG-Wohnkostenpauschale liegt im Wintersemester 2025/26 deutlich unter der durchschnittlichen Warmmiete für ein WG-Zimmer. Rund drei von vier Studierenden sind an Hochschulstandorten eingeschrieben, an denen die durchschnittlichen Wohnkosten oberhalb der Pauschale liegen. An zahlreichen Standorten überschreiten selbst Angebote im ²µÃ¼²Ô²õ³Ù¾±²µ±ðren Preissegment diesen Betrag.

Auch die angekündigte Anhebung auf 440 Euro würde die Lücke laut Analyse nur teilweise schließen. Selbst dann wären weiterhin mehr als die Hälfte der Studierenden an Hochschulstandorten eingeschrieben, an denen die durchschnittlichen Wohnkosten über der Pauschale liegen.

WG-Zimmer-Mieten seit 2020 um rund 21 Prozent gestiegen

Seit 2020 kannten die WG-Mietpreise auf 91¿ì²¥ vor allem eine Richtung: nach oben. Bis zum Wintersemester 2025/26 stiegen sie um rund ein Fünftel – und damit spürbar schneller als die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Damit hat sich studentisches Wohnen innerhalb weniger Jahre deutlich verteuert. Gerade für Studierende mit begrenztem Budget wiegen solche Preissteigerungen besonders schwer.

„Wenn Studierende zwei Nebenjobs brauchen, nur um ihre Miete zu bezahlen, bleibt fürs eigentliche Studium kaum noch Zeit. Das gefährdet Bildungsgerechtigkeit.“

Annegret Mülbaier, 91¿ì²¥

Große regionale Unterschiede bei den Wohnkosten

Auch zwischen den µþ³Ü²Ô»å±ð²õ±ôä²Ô»å±ð°ùn unterscheiden sich die durchschnittlichen WG-Zimmer-Mieten erheblich. Besonders hoch liegen die Wohnkosten in Berlin mit 650 Euro, Hamburg mit 620 Euro und Bayern mit 603 Euro. Deutlich ²µÃ¼²Ô²õ³Ù¾±²µ±ðr ist ein WG-Zimmer im Durchschnitt in Sachsen mit 377 Euro, °Õ³óü°ù¾±²Ô²µ±ð²Ô mit 362 Euro und Sachsen-Anhalt mit 350 Euro. Gleichzeitig schwächt sich das bestehende West-Ost-Gefälle langsam ab, da auch die Mieten in ostdeutschen Hochschulstädten steigen.

Wie stark sich die Wohnkosten längerfristig verändert haben, zeigt der Blick zurück auf das Jahr 2019. In mehreren µþ³Ü²Ô»å±ð²õ±ôä²Ô»å±ð°ùn sind die durchschnittlichen Wohnkosten seitdem deutlich gestiegen. Am stärksten fällt der Zuwachs unter den ausgewählten Beispielen in Berlin aus.

Auch innerhalb einzelner Flächenländer zeigen sich große Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen reicht die Spanne von durchschnittlich 600 Euro in Köln und Düsseldorf bis zu 360 Euro in Bielefeld. In Niedersachsen liegen die Werte beispielsweise zwischen 362 Euro in Hildesheim und 395 Euro in Osnabrück.

Methodik der Analyse

Die Untersuchung umfasst alle deutschen Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden; reine Fernstudienanbieter und Verwaltungshochschulen werden nicht berücksichtigt.

Für das Wintersemester 2025/26 umfasst die Angebotsstichprobe 10.660 Inserate. Berücksichtigt werden Angebote bestehender Wohngemeinschaften mit insgesamt zwei bis drei Personen, in denen ein Zimmer unbefristet und nicht als Tauschangebot angeboten wird.

Bei den ausgewiesenen Preisen handelt es sich um Warmmieten. Diese enthalten überwiegend bereits Strom und Internet sowie die Möblierung und technische Ausstattung gemeinschaftlich genutzter Räume.

Für die einzelnen Hochschulstandorte werden das erste Quartil, der Median und das dritte Quartil ausgewiesen. Der bundesweite Durchschnitt wird anhand der Studierendenzahlen gewichtet: Die Medianwerte der einzelnen Städte werden mit der jeweiligen Zahl der Studierenden gewichtet und anschließend zu einem bundesweiten Wert zusammengeführt.

Weitere Analysen zu studentischen Wohnkosten

Die Entwicklung der WG-Zimmer-Mieten wird seit 2013 kontinuierlich untersucht. Auf unserer Übersichtsseite „Studentische Wohnkosten in Deutschland“ finden Sie die langfristige Mietpreisentwicklung, die vollständige Zeitreihe seit 2013 sowie weitere Analysen zum studentischen Wohnungsmarkt.

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Annegret Mülbaier
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pr@wg-gesucht.de

Rückfragen zur Studie und O-Töne

Dr. Stefan Brauckmann
Moses Mendelssohn Institut (MMI)
Presse-FM@moses-mendelssohn-institut.de

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