91¿ì²¥

Die WG hat viele Gesichter: Welche WG-Arten an Bedeutung gewinnen – und welche verlieren

Entwicklung der WG-Arten in Deutschland von 2022 bis 2026: weniger Angebote mit der Angabe keine Zweck-WG, mehr Frauen-WGs und weiterhin viele Berufstätigen-WGs.

Ob gemeinschaftliches Zusammenleben, klassische Studenten-WG oder Wohngemeinschaft für Berufstätige: WGs können ganz unterschiedlich aussehen. 91¿ì²¥ hat dafür neu veröffentlichte WG-Zimmer-Angebote aus den Jahren 2022 bis 2026 ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen deutliche Verschiebungen bei einzelnen WG-Arten, aber auch bemerkenswerte Konstanten.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Weniger „keine Zweck-WG“: Der Anteil sank zwischen 2022 und 2026 von 49 auf 30 Prozent.
  • Mehr Frauen-WGs: Ihr Anteil stieg zwischen 2022 und 2026 von 10 auf 17 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der WGs, in denen Frauen und Männer zusammenwohnen, von 45 auf 34 Prozent.
  • Berufstätigen-WGs bleiben etabliert: Seit Jahren machen sie mehr als ein Drittel der ausgewerteten Angebote aus.
  • Studenten-WGs weiterhin am häufigsten: Trotz eines Rückgangs von 68 auf 63 Prozent bleiben sie die meistgenannte WG-Art.

Weniger „keine Zweck-WG“ – aber nicht automatisch mehr Zweck-WGs

Die auffälligste Veränderung zeigt sich bei der Angabe „keine Zweck-WG“. 2022 war sie noch bei rund 49 Prozent der ausgewerteten WG-Zimmer-Angebote ausgewählt, 2026 nur noch bei rund 30 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 19 Prozentpunkte.

Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass gemeinschaftliches Zusammenleben grundsätzlich an Bedeutung verliert. Denn die ausdrücklich als „Zweck-WG“ gekennzeichneten Angebote nahmen im selben Zeitraum nur leicht zu: von rund 8 auf 10 Prozent.

Die beiden Kategorien entwickeln sich also nicht spiegelbildlich. Die Daten zeigen, wie Anbieter:innen ihre WGs beschreiben – nicht, wie eng das Zusammenleben tatsächlich ist oder welche Erwartungen die Bewohner:innen an ihre Wohngemeinschaft haben.

Vergleich der WG-Arten 2022 und 2026: Gemischte WGs gingen von 45 auf 34 Prozent zurück, Frauen-WGs stiegen von 10 auf 17 Prozent und Männer-WGs von 1,5 auf 3,1 Prozent.

Weniger gemischte WGs, mehr Frauen- und Männer-WGs

Auch bei der Zusammensetzung der WGs zeigen sich Veränderungen. Der Anteil der als gemischt gekennzeichneten WGs, in denen Frauen und Männer zusammenwohnen, sank zwischen 2022 und 2026 von rund 45 auf 34 Prozent.

Gleichzeitig stieg der Anteil der Frauen-WGs von rund 10 auf 17 Prozent. Dieser Zuwachs zeigt sich in jedem der untersuchten Jahre. Männer-WGs legten ebenfalls zu: Ihr Anteil erhöhte sich von 1,5 auf 3,1 Prozent. Sie bleiben damit allerdings deutlich seltener als Frauen-WGs oder gemischte WGs.

Die WG ist längst nicht nur etwas für Studierende

Studenten-WGs bleiben die am häufigsten angegebene WG-Art. Ihr Anteil sank zwar von rund 68 Prozent im Jahr 2022 auf rund 63 Prozent im Jahr 2026, liegt aber weiterhin deutlich vor anderen WG-Arten.

Gleichzeitig sind WGs für Berufstätige ein fester Bestandteil des Angebots. Ihr Anteil bewegte sich zwischen 2022 und 2026 zwischen rund 34 und 39 Prozent. Auch 2026 war damit mehr als jedes dritte ausgewertete WG-Zimmer-Angebot als Berufstätigen-WG gekennzeichnet.

Auch für ältere Menschen gibt es spezielle WG-Angebote. Die Kategorien „50+“ und „Senioren-WG“ machen jeweils weniger als ein Prozent der ausgewerteten Angebote aus. Ihre Anteile blieben im Untersuchungszeitraum weitgehend stabil.

„Die WG hat viele Gesichter – und längst nicht alle sind Anfang 20 und studieren. Schon seit Jahren machen Berufstätigen-WGs mehr als ein Drittel der Angebote aus. Die WG ist eben nicht nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur eigenen Wohnung.“

Annegret Mülbaier, 91¿ì²¥

Weitere WG-Arten: Von international bis inklusiv

Neben den klassischen WG-Arten gibt es weitere Kategorien, mit denen Anbieter:innen ihre Wohngemeinschaft beschreiben können. Dazu gehören beispielsweise internationale, inklusive oder neu gegründete WGs.

Der Anteil der Angebote mit der Kennzeichnung „LGBTQIA+“ sank zwischen 2022 und 2026 von rund 12 auf 6 Prozent. Bei „Internationals welcome“ ging er leicht von rund 13 auf 11 Prozent zurück. Inklusive WGs und neu gegründete WGs verzeichneten dagegen leichte Zuwächse.

Diese Kategorien machen deutlich, wie vielfältig WGs beschrieben werden. Wie verbreitet die jeweiligen Wohnformen tatsächlich sind, lässt sich aus den Angebotsdaten allein jedoch nicht bestimmen.

Methodik

Die Auswertung basiert auf neu veröffentlichten WG-Zimmer-Angeboten auf 91¿ì²¥ in Deutschland. Verglichen wurden jeweils die Zeiträume vom 1. Januar bis 31. August der Jahre 2022 bis 2026. Berücksichtigt wurden alle Mietarten.

Um Verzerrungen durch große gewerbliche Anbieter zu reduzieren, wurden Accounts mit mehr als 50 gleichzeitig aktiven Anzeigen ausgeschlossen. Bei den WG-Arten sind Mehrfachauswahlen möglich. Die Prozentwerte beziehen sich auf die ausgewerteten Angebote des jeweiligen Jahres und summieren sich daher nicht auf 100 Prozent.

Die Daten zeigen, welche WG-Arten in veröffentlichten Inseraten angegeben wurden. Sie sind keine repräsentative Erhebung aller bestehenden Wohngemeinschaften in Deutschland und erlauben keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die persönlichen Beweggründe der Bewohner:innen.

Quelle: 91¿ì²¥

Weitere Auswertungen zu WG-Größen, Zimmergrößen und WG-Arten finden Sie unter WG-Trends & Statistiken .

Themen dieses Artikels